Um das System hinter den Zahlen zu verstehen, stellst du dir am besten ein Raster aus zwei Reihen mit jeweils vier Pixeln vor. Die Bezeichnung besteht immer aus drei Werten, wie zum Beispiel bei 4:2:2. Die erste 4 bleibt dabei immer gleich: Sie steht für das Licht (Luma), das grundsätzlich ohne jede Kompression abgetastet wird. Da das Licht immer vollständig vorhanden ist, wird es in der grafischen Darstellung oft gar nicht erst angezeigt. Die zweite und dritte Zahl widmen sich ganz den Farben Blau und Rot – das restliche Grün mischt sich dein Monitor dann einfach daraus zusammen.
Wenn du 4:4:4 nutzt, hast du es mit „echtem“, unkomprimiertem Sampling zu tun. Hier bekommt sowohl das Licht als auch jede Farbzeile die vollen vier Pixel Aufmerksamkeit. Das ist aktuell das Beste, was du an unkomprimierten Videosignalen bekommen kannst. Sobald du auf 4:2:2 wechselst, werden in den Farbreihen nur noch jeweils zwei Pixel tatsächlich abgetastet, während dein System die restlichen vier Pixel einfach dupliziert. Bei 4:2:0 wird es noch sparsamer: Hier werden nur zwei Pixel in der obersten Reihe erfasst, die restlichen sechs werden kopiert und die unterste Reihe erhält gar keine eigenen Farbinformationen mehr.
Dieser „Sparkurs“ hat einen riesigen Vorteil: Je weniger Pixel abgetastet werden, desto weniger Daten müssen zwischen deinen Geräten fließen. Das macht die Verbindung schneller und effizienter. Vielleicht sind dir in diesem Zusammenhang schon Begriffe wie YUV, YCbCr oder YPbPr begegnet. In der Praxis entspricht YUV meist dem Standard 4:2:0, den fast alle Spielekonsolen und Grafikkarten nutzen, um Bandbreite zu sparen.
Zur Verdeutlichung: Ein Stream in 4:2:0 verbraucht nur halb so viele Daten wie einer in 4:4:4. Wenn du also gerade eine 4K-HDR-Serie auf Netflix oder Prime Video schaust, benötigt das etwa 15 bis 16 Mbit/s deiner Leitung. Würden die Anbieter auf das unkomprimierte 4:4:4 setzen, bräuchtest du sofort über 30 Mbit/s. Dank des Chroma Samplings kann Netflix eine normale 25-Mbit-Leitung als völlig ausreichend für 4K empfehlen – ohne diesen Trick müsstest du mindestens eine 50-Mbit-Leitung buchen, um überhaupt ein flüssiges Bild zu bekommen.