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Helligkeit eines Beamers: Diese Masseinheiten sollten Sie beim Kauf eines Beamers kennen!

Lumen, Lux, Footlambert, Nit und ANSI Lumen

BenQ
2020/06/10

Verbraucher stellen immer höhere Ansprüche an technologische Neuerungen in der Unterhaltungselektronik, deren Absatz über das Internet stetig zunimmt. Ein grundsätzliches Verständnis verschiedener Produktspezifikationen und deren Relation zueinander ist deshalb besonders wichtig. Zeitgemässe Produkte unterschieden sich nicht nur preislich, sondern auch qualitativ und hinsichtlich ihres Funktionsumfangs. Für den Home-Entertainment- und Heimkino-Bereich ist die Helligkeitsleistung eines Beamers eine wichtige Messgrösse, die oft in unterschiedlichen Maßeinheiten beschrieben wird. Dieser Beitrag wird Ihnen helfen, die unterschiedlichen Messgrössen zu verstehen und korrekt zuzuordnen, sodass Sie Ihre Kaufentscheidung mit wichtigem Fachwissen und individuell für Ihren Bedarf treffen können.

Dieser Beitrag definiert verschiedene Masseinheiten, erläutert wofür sie stehen und gibt Ihnen Hilfestellung, sie im richtigen Kontext als Faktor für Ihre Kaufentscheidung zu nutzen.

Bevor es losgeht, gilt es jedoch Eines klarzustellen: Der Begriff „Helligkeit“ ist subjektiv und wird daher in der Optik nicht als Ausgabe-Messwert eingesetzt. Physiker und Experten sprechen in diesem Zusammenhang von der „Leuchtdichte“. Um bestimmte Zusammenhänge einfach abzubilden und nicht zu verwirren, verwenden wir in diesem Beitrag den Begriff Helligkeit als Sammelbegriff für die verschiedenen Messgrössen.

Was sind Lumen, Lux, Footlambert, Nit und ANSI Lumen?

Diese Masseinheiten sind die wohl gebräuchlichsten Messgrössen für Beamer am Heimkino-Markt. Im Folgenden widmen wir uns ihrer Bedeutung deshalb etwas näher.

Lumen

Lumen (lm), eine SI-basierte Masseinheit, misst den Lichtstrom, also die gesamte von einer Lichtquelle erzeugte Lichtmenge pro Zeiteinheit. Der Lichtstrom als Masseinheit unterscheidet sich vom Strahlungsstrom. Er bezeichnet die elektromagnetischen Wellen des Lichts, die das menschliche Auge wahrnehmen kann. Der Strahlungsstrom bezeichnet hingegen alle von einer Quelle ausgehenden elektromagnetischen Wellen.

Lux

Die Masseinheit Lux (lx) ist eine abgeleitete SI-Einheit für die auf eine Fläche bezogene Stärke der photometrischen Beleuchtung. Hiermit wird der in Lumen (lm) gemessene Lichtstrom im Verhältnis zu dem in Quadratmetern (m²) gemessenen Flächeninhalt angegeben.

Footlambert

Footlambert, oder auch foot-lambert (ft.la. oder ft.L.), benannt nach dem Mathematiker und Physiker Johann Heinrich Lambert, ist eine englische Masseinheit für die Leuchtdichte. Footlambert basiert auf der gleichen Lichteinheit (SI-Basis oder auch Candela, Ca), die auch die Masseinheit Nit definiert. In Bezug auf die Fläche findet hier aber die in den Vereinigten Staaten übliche Flächeneinheit Quadratfuß Anwendung. Daraus lässt sich ableiten, dass 1 (ft.la.) = 1 Candela/Quadratfuß ist.

Nit

Nit beschreibt die Helligkeit oder Leuchtdichte des von bestimmten Oberflächenbereichen reflektierten Lichts. Technisch gesehen entspricht die Einheit Nit auch dem Wert „Candela“, also der SI-Einheit für die Leuchtdichte/m². Candela beschreibt das Lichtequivalent zu dem von einer einzigen Kerze erzeugten Lichts pro Quadratmeter.

ANSI Lumen

Eine vom „American National Standards Institute“ (ANSI) definierte Masseinheit. Sie bezeichnet die gesamte von einem Beamer ausgehende Lichtmenge. Das bedeutet auch: je höher der angegebene Wert, desto größer ist die Leuchtstärke eines Beamers.

Lichtausgabe (Lumen) vs. Helligkeit der Projektionsfläche (Nit)

Die Einheit „Lumen“ sollte jedem, der sich für Beamer und Projektoren interessiert als wichtiger Massstab, mindestens aber als Masseinheit für die Helligkeit eines Beamers geläufig sein. Aber wieviel sagt die Angabe der Helligkeitsleistung in Lumen wirklich über das entsprechende Produkt aus und inwiefern hilft Ihnen die Kenntnis darüber bei der Kaufentscheidung? Um Ihnen diese Fragen schlüssig zu beantworten, gehen wir der grundsätzlichen Bedeutung der Einheit Lumen in diesem Beitrag näher auf den Grund.

Wie eingangs erwähnt, bezeichnet die Lumen-Angabe die gesamte Lichtleistung eines Beamers oder Projektors. Der Betrachter schaut allerdings nicht direkt in das Projektionslicht hinein, sondern betrachtet eine Leinwand oder Projektionsfläche, von der aus Licht in Form eines Bildes remittiert wird. Die Helligkeit des remittierten Projektionsbildes ist demzufolge von der Grösse der jeweiligen Projektions-Oberfläche abhängig.

Ein Bild, das bei identischem Lumen-Wert von einem Beamer auf eine 1m² große Leinwand projiziert wird, ist beispielsweise zehn Mal heller als ein vom gleichen Projektor auf eine 10m² große Leinwand projiziertes Bild. Die Angabe des Lumen-Werts gibt also nur bedingt Aufschluss über die tatsächliche Projektionshelligkeit eines Beamers. Zudem kann auch ein hoher Lumen-Wert je nach Ausdehnung zu sehr unterschiedlichen Helligkeitsstufen führen.

Die Einheit Nit gibt hier deutlich mehr Aufschluss über die Helligkeitsleistung eines Beamers, da sie insbesondere die (Projektions-) Fläche berücksichtigt. Nit bezeichnet Licht in Bezug auf bestimmte Oberflächenverhältnisse und ermöglicht es dem Betrachter, die Helligkeit des Beamers in Relation zur Projektionsfläche zu definieren. Zusätzlich hat der Betrachter immer den direkten Vergleich auf der Leinwand. Ein Bild mit 300 Nit ist in diesem Zusammenhang heller, als ein Bild mit 100 Nit.

Starke Lichtquelle = hohe Helligkeit? Ein Mythos!

Die Angabe des Lumen-Wertes als Massstab für die „Helligkeit“ ist für den Verbraucher oft missverständlich, da der Lumen-Wert für die Lichtquelle eines Projektors meist nicht mit dem Lumen-Wert des Projektors, bzw. dessen Projektion übereinstimmt. Tatsächlich nimmt das von der Lichtquelle ausgehende Licht bereits vor dem Austritt als Projektion stark ab, es wird während des Durchgangs durch verschiedene Linsensysteme und von verschiedenen Technologien transformiert. Das bedeutet, dass die ANSI Lumen des Projektors durchschnittlich nur 30 % der Lumen seiner Lichtquelle entsprechen. Ein Projektor mit einer 3.000 Lumen starken Lichtquelle kann nach dieser Logik nur etwa 900 Lumen erzeugen.

Die Auswahl eines optimal geeigneten Beamers

Sie kennen nun die Diskrepanz zwischen einer Helligkeitsangabe in Lumen für die Lichtleistung einer Projektionslampe gegenüber der tatsächlichen Helligkeit der Projektion. Die meisten Hersteller geben aber stets nur einen Lumen-Wert für die Helligkeit an – wie also bringen Sie Licht ins Dunkel, um anhand der für Ihre Bedürfnisse optimalen Helligkeitswerte einen ideal geeigneten Beamer auszuwählen?

Definieren Sie zunächst die für Ihre Bedürfnisse optimale Helligkeit in Nit. Die unten abgebildete Tabelle hilft Ihnen dabei, der Helligkeit Ihres Heimkinos einen entsprechenden Wert in Nit zuzuordnen.

Umgebungsbeleuchtung gegenüber minimaler Bildhelligkeit (Nit)

HINWEIS: Um den Nit-Wert in Footlambert umzurechnen, besuchen Sie bitte folgende Website: https://www.translatorscafe.com/unit-converter/en/luminance/14-1/

Wenn Sie den idealen Nit-Wert ermittelt haben, können Sie ihn in der untenstehenden Tabelle mit der Bilddiagonale Ihrer Leinwand abgleichen, um den für Ihren Projektor benötigten Lumen-Wert zu ermitteln. Mit diesen exakten Daten finden Sie garantiert den richtigen Beamer für Ihr Heimkino bzw. die heimische Wohnraumintegration.

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